Archiv für ‘Bauen’

Findige Architekten mit Sprechstunde für Problemzimmer13.03.08

Sich bei der Inneneinrichtung von Experten beraten zu lassen - das kennt Otto Normalverbraucher ja aus dem TV. Ohne Kamera geht das auch - doch wer leistet sich schon einen Innenarchitekten? Offensichtlich eine Menge Leute, sonst würde es die RoomDoctor wohl nicht geben. Das Netzwerk aus freien (Innen-)Architekten hat sich den Namen auch vorsichtshalber als Marke eintragen lassen. Sicher nicht dumm, denn die Idee ist zwar nicht neu - die Umsetzung schon.

So steht außer Frage, dass ein “normaler” Innenarchitekt sicher ähnlich arbeitet wie die Raum-Doktoren der Firma. Allerdings bestellt man sich seinen Doktor im Internet zum ersten Beratungsgespräch - oder nennen wir es lieber Hausbesuch. Denn Vokabular aus der Medizin nutzen die Architekten auf ihrer Seite konsequent - auch das unterscheidet sie vom herkömmlichen Innenarchitekt.

Und so ist RoomDoctor (vielleicht) nicht nur der Weg zum schönen Zimmer für den Verbraucher, sondern auch und vor allem gute PR für die Branche: Witzige Werbeidee, zahlreiche Presseberichte und zeitgemäße Form des Angebots geben der Leistung einen hübschen Mantel. Dass dahinter ein Netzwerk von Leuten steht, die nichts anderes anbieten als ihre Kollegen ist doch egal, oder?

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Masse zur Messe: Charlotte Engelhardt und die Endverbraucher03.03.08

“Practical World” hört sich irgendwie besser an als “Internationale Eisenwarenmesse”. Deshalb und dank selbst aufersetzter “Internationalität” darf die Fach- und erstmals auch Endverbrauchermesse in Köln zwei Namen tragen. Von den rund 3350 Anbietern, die vom 9. bis 12. März in der Kölnmesse erwartet werden, stammen etwa 80 Prozent aus dem Ausland.

Wirklich interessant für ambitionierte Häuslebauer, Hausbesitzer, Heimwerker und Handwerker sind die Hallen 6 und 7 der Practical World. Dort sind in diesem Jahr zum ersten Mal auch Endverbraucher zugelassen. Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Koelnmesse: “Baumärkte präsentieren ihr Leistungsspektrum, die Kölnmesse bietet vor allem Lösungen und Events. Mitmachen, Ausprobieren und Know-how-Sammeln ist in den Hallen angesagt. Handel, Industrie, Endverbraucher, Profis und Medien sind dabei - Köln wird zum Infotainment-Mekka der DIY-Branche.”

DIY - das heißt ausgeschrieben “Do it yourself” und will sagen: Wer Akkuschrauber, Bohrhammer & Co. sein Eigen nennt, kann quasi alles. So wundert es kaum, dass Trainer und Moderatoren der DIY-Academy vor Ort sind und “spielerisch und informativ anhand von Neuheiten zeigen, wie schnell und einfach heimische DIY-Probleme zu lösen sind”. Nagel, Hammer, Bumm - das war gestern. Da darf natürlich auch die nicht fehlen: Charlotte Engelhardt (”SOS - Do-it-yourself”) moderiert die Wahl zur “Miss DIY”. “Heimwerker-Olympiade” und “Hausmeister-Show” sind auch im Programm - eine Weltausstellung mit TV-Format, hat man so das Gefühl.

Mehr Infos auf der Internetseite der Messe.

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Über die Fertiggarage als Weg zur Glückseligkeit27.02.08

PR-Texte nehmen im gepriesenen Bereich “Bauen- und Wohnen” mitunter skurrile Formen an. Dank großer Presseportale wird alles an den Redakteur oder Blogger gebracht, das halbwegs gut geschrieben ist. Oder auch nicht. Den Vogel schießt der Text eines Baustoffwerks aus Nordrhein-Westfalen ab, dessen Highlight dieser Satz ist: “Die Garage - sie ist ja so verführerisch.” Ja, das wird wohl so sein, keine Frage. Der oder die Schreiber, die quasi in Briefform über ein Presseportal kommunizieren, als wäre das ein Baustoff-Forum, entschieden sich nämlich für eine Fertiggarage. Und genau dafür soll beim Konsumenten Gutwetter gemacht werden.

Die Fertiggarage also. Besser noch: der Lieferservice für Fertiggaragen. Denn anders als die artverwandte Fertigpizza kommt die Fertiggarage nämlich frei Haus: “Dann kam in der Nachbarschaft auf einmal die Lösung angefahren. Ein LKW mit Garage!” Der bestellende Nachbar überzeugte dann auch noch mit der Kunde über ein “sehr überzeugendes” Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die Doppelgarage der Schreiber, die offensichtlich lieber anonym bleiben wollen/sollen, hat also jeden Pipapo für faktisch kaum Geld. Dazu kommt, dass Familie X die mediterranen Pflanzen in der Fertiggarage überwintern lässt. Das wäre ohne Garage gar nicht möglich gewesen. Sowas geht nicht mit Carport, der auch nicht weniger kostet. Da liegen Vokabeln nahe, die man mit dem Wort “Fertiggarage” eigentlich kaum assoziiert: “Lebensqualität”, “Werte und Qualität” und natürlich “verführerisch”.

Und wie man sieht: PR funktioniert. Der “Erfahrungsbericht” der anonymen Familie mit Fertiggaragen-Zugang hat gezogen. Die Botschaft macht die Runde. Und ich war dabei…

PS: Zum Lieferumfang gehört übrigens auch die Fernbedienung.

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Was kostet die Welt? Österreicher kauft Deutschland25.02.08

Kaufen Angelina Jolie und Brad Pitt Äthiopien und bauen Ferienimmobilien für Waisenkinder? Gehört Griechenland Tommy Lee und Pamela Anderson? Und überhaupt: Was kostet die Welt? Keine Ahnung. Zumindest Deutschland ging für eine geheime Summe (Listenpreis: rund 21 Millionen Euro) über den Tisch. Ein Österreicher schlug jüngst zu, wie die “Welt” (kostet den Leser online in diesem Fall übrigens nichts) zu berichten hat. Gemeint ist natürlich nicht das echte Deutschland, sondern sein Pendant an der Küste Dubais, wo die künstliche Inselgruppe “The World” entsteht. Und somit ein künstlicher Immobilienmarkt - mit künstlichen Preisen in echtem Dollar.

Stolzer Besitzer der deutschen Insel ist nach Informationen der Welt Immobilienmakler Josef Kleindienst, der mit derartigen Inselstaaten schon Erfahrungen hat - Österreich gehört ihm auch. Auch wenn es auf der arabischen Zweitfassung keine Berge gibt, plane Kleindienst dort heimatliches: Kaiserin Sissi solle als legendäres Vorbild beim Bau des kaiserlichen Fünf-Sterne-Hotels herhalten.

Und Deutschland? Man weiß es nicht. Vielleicht, schreibt die Welt, hat Kleindienst die Insel nur für einen geheimnisvollen Dritten gekauft. Wenigstens wichtige Klischees werden schon mal gepflegt. Beim Verkauf wechselte dem Vernehmen nach nicht nur die Insel, sondern auch ein Gartenzwerg den Besitzer.

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Faszination “bewegtes Bild”: der Bloomframe in Aktion19.02.08

Vor einigen Tagen schrieb ich hier über den Bloomframe, einen schicken Fensterrahmen, der quasi nebenberuflich als Balkon tätig ist. Das schicke Designerstück der Architekten Hofman und Dujardin darf der geneigte Surfer sich auch als Video anschauen, wie ich gerade auf YouTube entdeckte. Die niederländischen Väter des Klappbalkons pflegen dort tatsächlich ihre eigene Seite und zeigen im Übrigen noch weitere interessante bis seltsame Projekte.

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